Alanine
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 1 |
Inhaltsverzeichnis
Alanin: Von parenteraler Ernährung und Peritonealdialyse zu Gastroparese
Zusammenfassung
Alanin ist eine nicht-essenzielle Aminosäure. Sie wird in der Schweiz zur parenteralen Ernährung und als Bestandteil einer Peritonealdialyselösung eingesetzt. Das Modell TxGNN sagt für Alanin einen möglichen Nutzen bei Gastroparese (verzögerte Magenentleerung) voraus. Dafür gibt es keine tatsächliche Evidenz: Es liegen weder klinische Studien noch direkte Literatur vor, und die gefundenen Publikationen untersuchen Alanin nicht als Behandlung.
Kurzübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Parenterale Ernährung; Peritonealdialyselösung |
| Vorhergesagte neue Indikation | Gastroparese |
| TxGNN-Vorhersagewert | 99,4 % |
| Evidenzniveau | L5 (nur Modellvorhersage, keine tatsächlichen Studien) |
| Marktstatus Schweiz | Im Handel |
| Anzahl Zulassungen | 8 |
| Empfohlene Entscheidung | Abwarten |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Ein belastbarer Wirkmechanismus ist für diesen Bericht nicht verfügbar. Alanin dient in Infusions- und Dialyselösungen als Baustein der Aminosäureversorgung. Eine pharmakologische Wirkung auf die Magenmotilität ist nicht belegt.
Der hohe Vorhersagewert wirkt eher wie ein Artefakt des Wissensgraphen als wie ein pharmakologisch begründetes Signal. Die gefundenen Publikationen behandeln Magen-Darm- und Leberprobleme bei terminaler Niereninsuffizienz, die diabetische Hepatosklerose und die Glykogen-Hepatopathie bei Typ-1-Diabetes. Gastroparese kommt dort nur als Begleiterkrankung vor. Ein möglicher Zusammenhang über diabetesassoziierte Stoffwechsel- oder Leberstörungen wäre rein spekulativ und durch keine Daten gestützt.
Klinische Studien
Derzeit keine verwandten klinischen Studien registriert.
Literaturbelege
| PMID | Jahr | Typ | Zeitschrift | Wichtige Ergebnisse |
|---|---|---|---|---|
| 10926110 | 2000 | Übersichtsarbeit | Advances in renal replacement therapy | Magen-Darm- und Lebererkrankungen bei terminaler Niereninsuffizienz; Gastroparese tritt bei chronischem Nierenversagen häufiger auf. Alanin wird nicht untersucht. |
| 26315331 | 2016 | Übersichtsarbeit | Diabetic Medicine | Diabetische Hepatosklerose als mögliche mikrovaskuläre Komplikation bei Diabetes. Kein Bezug zu Alanin oder Gastroparese-Therapie. |
| 33763324 | 2021 | Fallbericht | Cureus | Glykogen-Hepatopathie bei einer Patientin mit Typ-1-Diabetes und Gastroparese. Gastroparese ist nur Begleiterkrankung; keine Aussage zu Alanin. |
Marktinformationen Schweiz
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| 53373 | Dipeptiven, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 55337 | Aminoven 5 %, Infusionslösung | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 54850 | Aminoven infant 10 %, Infusionslösung | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 52459 | Nutrineal PD 4 mit 1.1 % Aminosäuren, Peritonealdialyselösung | Synthetika | Peritonealdialyselösung |
| 65450 | Aminoplasmal B. Braun 10 %, Infusionslösung | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 65726 | Omegaflex special ohne Elektrolyte, Emulsion zur Infusion 625 ml | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 66859 | SmofKabiven special EF 1012 ml, Infusionsemulsion | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 59377 | OLIMEL 4,4 % ohne Elektrolyte, Infusionslösung | Synthetika | Parenterale Ernährung |
Sicherheitshinweise
- Hinweise aus dem Wissensgraphen (keine Fachinformation): Der Wissensgraph verzeichnet Kontraindikationen bei folgenden Erkrankungen. Diese stammen nicht aus dem Packungstext und müssen noch anhand der Fachinformation geprüft werden:
- Nieren- und Harnwegserkrankungen: Nierenerkrankung, chronische Niereninsuffizienz, terminales Nierenversagen, Nephrolithiasis, Nephrokalzinose, akute Uratnephropathie, Pyoureter
- Kalzium- und Phosphatstoffwechsel: Hyperkalzämie, humorale Hyperkalzämie bei Malignomen, Sarkoidose, Störungen des Phosphorstoffwechsels
- Herz-Kreislauf: Herzerkrankung, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Kammerflimmern, Digitalisvergiftung
- Stoffwechsel: Phenylketonurie, Störungen des Phenylalaninstoffwechsels
- Für Arzneimittelwechselwirkungen liegen keine Daten vor.
Bitte beachten Sie zusätzlich die Fachinformation für Sicherheitsinformationen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Abwarten
Begründung:
- Der hohe Vorhersagewert (99,4 %) stützt sich auf keine klinischen Studien und keine direkte Literatur (Evidenzniveau L5). Ein plausibler Mechanismus fehlt.
- Die Sicherheitsprüfung kann nicht abgeschlossen werden, weil die Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Fachinformation fehlen.
Um fortzufahren, wird Folgendes benötigt:
- Fachinformation von Swissmedic (Warnhinweise, Kontraindikationen) herunterladen und auswerten
- Wirkmechanismus aus DrugBank ergänzen
- Gezielte Literaturrecherche zu Alanin bzw. Aminosäuren und Magenentleerung
- Prüfung, ob ein biologisch begründeter Zusammenhang mit Gastroparese besteht, bevor präklinische oder klinische Studien erwogen werden
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.