Aspartic Acid

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 1

Inhaltsverzeichnis

  1. Aspartic Acid
  2. Asparaginsäure: Von parenteraler Ernährung zu renaler tubulärer Azidose
    1. Zusammenfassung
    2. Kurzübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Klinische Studien
    5. Literaturbelege
    6. Marktinformationen Schweiz
    7. Sicherheitshinweise
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Asparaginsäure: Von parenteraler Ernährung zu renaler tubulärer Azidose


Zusammenfassung

Asparaginsäure ist eine nicht essenzielle Aminosäure und wird in der Schweiz als Bestandteil von Infusionslösungen zur parenteralen Ernährung eingesetzt. Das Vorhersagemodell TxGNN sieht einen möglichen Nutzen bei renaler tubulärer Azidose (RTA), obwohl der Vorhersagewert sehr hoch ist. Es gibt jedoch keine klinischen Studien und keine Literatur, die einen therapeutischen Nutzen belegt. Die Evidenz beschränkt sich damit auf die Modellvorhersage (L5).


Kurzübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Parenterale Ernährung
Vorhergesagte neue Indikation Renale tubuläre Azidose
TxGNN-Vorhersagewert 99,5 %
Evidenzniveau L5 (nur Modellvorhersage, keine tatsächlichen Studien)
Marktstatus Schweiz Im Handel
Anzahl Zulassungen 6
Empfohlene Entscheidung Abwarten

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Der Wirkmechanismus von Asparaginsäure ist in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten nicht verfügbar. Bekannt ist, dass sie als nicht essenzielle Aminosäure in Infusionslösungen zur Ernährung dient.

Die renale tubuläre Azidose entsteht meist durch Störungen des Säure-Basen-Transports in der Niere, zum Beispiel durch Mutationen des Anionenaustauschers SLC4A1 bei der distalen Form oder durch einen Bikarbonatverlust bei der proximalen Form. Behandelt wird mit Alkalisierung (Bikarbonat oder Citrat), nicht mit Aminosäuren.

Eine mögliche indirekte Verbindung betrifft die renale Ammoniakbildung und den Aminosäurestoffwechsel im proximalen Tubulus, wie eine Arbeit von 1965 nahelegt. Dieser Zusammenhang ist spekulativ und zeigt nicht, dass Asparaginsäure therapeutisch wirkt. Der hohe Vorhersagewert wird daher durch keinen belegten Mechanismus gestützt.


Klinische Studien

Derzeit keine verwandten klinischen Studien registriert


Literaturbelege

PMID Jahr Typ Zeitschrift Wichtige Ergebnisse
26208211 2015 Diagnostische Studie Jornal de pediatria Genetische Diagnose der distalen RTA bei vier Kindern mittels Exomsequenzierung; kein Bezug zu Asparaginsäure.
6422151 1983 Fallbericht Journal of inherited metabolic disease Neugeborenes mit Pyruvatcarboxylase-Mangel, proximaler RTA und Cystinurie. Das Kind gedieh, nachdem die Ernährung unter anderem mit Asparaginsäure, Asparagin und Glutamin ergänzt wurde. Dies betrifft eine seltene Stoffwechselerkrankung und ist keine Evidenz für die RTA allgemein.
20068363 2010 Genetische Fallserie Nephron. Physiology Beschreibung der klinischen und genetischen Merkmale der distalen RTA bei philippinischen Kindern mit SLC4A1-Mutationen.
14301365 1965 Grundlagenstudie The American Journal of Physiology Grundlagenarbeit zur renalen Ammoniakbildung; kein Abstract verfügbar.

Marktinformationen Schweiz

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
65450 Aminoplasmal B. Braun 10%, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
65726 Omegaflex special ohne Elektrolyte, Emulsion zur Infusion 625 ml Synthetika Parenterale Ernährung
59377 OLIMEL 4,4 % ohne Elektrolyte, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
42847 Nutriflex special, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
47614 Nutriflex Peri, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
51671 Nutriflex plus, Infusionslösung 1000 ml Synthetika Parenterale Ernährung

Sicherheitshinweise

  • Mögliche Kontraindikationen (aus dem Wissensgraphen, nicht aus der Fachinformation): Nierenerkrankung, Pyoureter, Durchfallerkrankungen (auch chronisch), atrioventrikulärer Block, hyperkaliämische periodische Paralyse, periodische Paralyse, Hypoaldosteronismus, Myotonia congenita, Gastroparese. Diese Angaben stammen aus Beziehungen im TxGNN-Wissensgraphen (PrimeKG) und nicht aus Packungsbeilagen. Sie müssen anhand der Fachinformation überprüft werden.
  • Besonders zu beachten ist die Nierenerkrankung, da die vorhergesagte Indikation selbst die Niere betrifft.

Bitte beachten Sie die Fachinformation für weitere Sicherheitsinformationen.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Abwarten

Begründung:

  • Der Vorhersagewert ist sehr hoch, aber es gibt weder klinische Studien noch Literatur, die einen Nutzen belegt. Die Standardtherapie der RTA ist die Alkalisierung, und der postulierte Zusammenhang ist rein spekulativ.
  • Die Sicherheitsdaten fehlen. Der Wissensgraph nennt zudem Nierenerkrankungen als mögliche Kontraindikation, was für eine Anwendung bei RTA kritisch ist.

Um fortzufahren, wird Folgendes benötigt:

  • Fachinformation von Swissmedic (Warnungen und Kontraindikationen), um die Sicherheit zu prüfen
  • Wirkmechanismus aus DrugBank, um einen möglichen mechanistischen Zusammenhang zu analysieren
  • Präklinische Daten oder Mechanismusstudien, die einen Nutzen von Asparaginsäure bei RTA stützen
  • Klärung, ob die Verabreichungswege für die neue Indikation geeignet sind

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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