Cobicistat
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 3 |
Inhaltsverzeichnis
Cobicistat: Von HIV-Infektion zu felinem erworbenem Immundefizienzsyndrom
Zusammenfassung
Cobicistat wird in der Schweiz als pharmakokinetischer Verstärker (Booster) in HIV-Kombinationspräparaten zur Behandlung der HIV-Infektion eingesetzt. Das Modell sagt eine Wirksamkeit bei der felinen Immundefizienz (Katzen-AIDS) voraus. Dafür liegen weder klinische Studien noch Literatur vor, die Vorhersage beruht allein auf dem Modell (Evidenzniveau L5).
Kurzübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | HIV-Infektion |
| Vorhergesagte neue Indikation | Felines erworbenes Immundefizienzsyndrom |
| TxGNN-Vorhersagewert | 99,92 % |
| Evidenzniveau | L5 |
| Marktstatus Schweiz | Im Handel (Marketed) |
| Anzahl Zulassungen | 3 |
| Empfohlene Entscheidung | Abwarten |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Cobicistat hemmt das Leberenzym CYP3A über einen mechanismusbasierten Weg und besitzt selbst keine antiretrovirale Wirkung. Es verstärkt die Wirkung anderer Medikamente, etwa von Proteasehemmern oder Integrasehemmern wie Elvitegravir und Darunavir. Die Daten zum ursprünglichen Wirkmechanismus waren in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten nicht enthalten.
Das feline Immundefizienzvirus gehört wie HIV zu den Lentiviren. Der hohe Vorhersagewert spiegelt daher wahrscheinlich die Nähe der beiden Krankheiten im Wissensgraphen wider und keine eigenständige pharmakologische Begründung.
Denkbar wäre allenfalls der Einsatz als Booster für ein gleichzeitig verabreichtes antivirales Mittel bei Katzen. Dafür wären artspezifische Daten zu Pharmakokinetik und Sicherheit nötig. Es handelt sich zudem um eine veterinärmedizinische Indikation ausserhalb der humanmedizinischen Umwidmung.
Weitere Vorhersagen mit gleich hohem Wert betreffen die Infektion mit dem Simianen Immundefizienzvirus (SIV, ein Tiermodell für HIV-Forschung) sowie eine seltene neurologische Entwicklungsstörung. Für Letztere ist kein plausibler Wirkmechanismus erkennbar, der Wert könnte ein Artefakt des Modells sein.
Klinische Studien
Derzeit keine verwandten klinischen Studien registriert
Literaturbelege
Derzeit keine verwandte Literatur verfügbar
Marktinformationen Schweiz
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| 65793 | Genvoya 150mg/150mg/200mg/10mg, Filmtabletten | Filmtabletten | HIV-Infektion |
| 66779 | Symtuza, Filmtabletten | Filmtabletten | HIV-Infektion |
| 62673 | Stribild, Filmtabletten | Filmtabletten | HIV-Infektion |
Sicherheitshinweise
- Arzneimittelwechselwirkungen: Insgesamt sind 420 Wechselwirkungen erfasst. Als schwerwiegend (Major) eingestuft sind unter anderem:
- Loperamid
- Triamcinolon
- Cisaprid
- Budesonid
Mässig (Moderate) sind unter anderem Hydrocortison, Aprepitant, Betamethason, Clotrimazol, Dexamethason, Metoclopramid, Repaglinid und Clarithromycin. Als geringfügig (Minor) ist Prucalopirid eingestuft.
Warnungen und Kontraindikationen der Fachinformation lagen nicht vor. Bitte beachten Sie die Fachinformation für Sicherheitsinformationen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Abwarten
Begründung:
- Die Vorhersage stützt sich nur auf das Modell, es gibt keine Studien und keine Literatur. Zudem ist Cobicistat selbst nicht antiviral wirksam, und die Indikation ist veterinärmedizinisch bzw. ein Tiermodell.
- Die Sicherheitsprüfung kann ohne die Fachinformation nicht fortgesetzt werden.
Um fortzufahren, wird Folgendes benötigt:
- Warnungen und Kontraindikationen aus der Swissmedic-Fachinformation (Download und Auswertung des PDF)
- Angaben zum Wirkmechanismus aus DrugBank
- Artspezifische Daten zu Pharmakokinetik und Sicherheit bei Katzen bzw. präklinische Daten im SIV-Modell
- Klärung, ob veterinärmedizinische Indikationen im Umfang dieser Umwidmungsbewertung liegen
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.