Dexlansoprazole

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 10

Inhaltsverzeichnis

  1. Dexlansoprazole
  2. Dexlansoprazol: Von Protonenpumpenhemmer zu aktiver Magen-Darm-Ulkuskrankheit (Ulcus pepticum)
    1. Zusammenfassung
    2. Kurzübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Klinische Studien
    5. Literaturbelege
    6. Marktinformationen Schweiz
    7. Sicherheitshinweise
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Dexlansoprazol: Von Protonenpumpenhemmer zu aktiver Magen-Darm-Ulkuskrankheit (Ulcus pepticum)


Zusammenfassung

Dexlansoprazol ist in der Schweiz als Protonenpumpenhemmer zugelassen (Dexilant 30 mg). Laut den für diesen Bericht zusammengestellten Daten könnte es auch bei der aktiven peptischen Ulkuskrankheit wirksam sein, da die Säurehemmung die Ulkusheilung fördert. Die Evidenz besteht aus grossen Phase-3-Studien zur Refluxösophagitis, die nur indirekt auf Ulkusheilung übertragbar sind. Ulkusspezifische Endpunkte sind bisher nicht bestätigt.


Kurzübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Protonenpumpenhemmer
Vorhergesagte neue Indikation Aktive peptische Ulkuskrankheit
TxGNN-Vorhersagewert 99,999 %
Evidenzniveau L1 (mit Einschränkung: Phase-3-Studien betreffen überwiegend Refluxösophagitis, nicht Ulkus)
Marktstatus Schweiz Im Handel
Anzahl Zulassungen 1
Empfohlene Entscheidung Mit Vorsicht fortfahren

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Ein Wirkmechanismus ist in den Daten nicht hinterlegt. Es handelt sich um eine Datenlücke, die die mechanistische Analyse einschränkt. Allgemein hemmt Dexlansoprazol als Protonenpumpenhemmer die H+/K+-ATPase der Belegzellen im Magen und senkt dadurch die Säuresekretion. Dies ist die Grundlage für die Heilung säurebedingter Schäden der Schleimhaut.

Die ursprüngliche und die neue Indikation liegen nahe beieinander. Peptische Ulzera sind säureabhängig, und andere Protonenpumpenhemmer werden dafür seit Langem eingesetzt. Es handelt sich daher eher um eine Erweiterung innerhalb derselben Wirkstoffklasse als um eine echte Neuausrichtung.

Der sehr hohe TxGNN-Wert spiegelt vor allem die Nähe zur bekannten Indikation im Wissensgraphen wider. Er ersetzt keine klinischen Belege für Dexlansoprazol bei Ulzera.


Klinische Studien

Die folgenden Studien sind mit Dexlansoprazol verknüpft. Für die Ulkusheilung sind die Endpunkte nicht bestätigt, da die Studientitel teils gekürzt sind. Für die vorhergesagte Hauptindikation sind zwei Studien hinterlegt:

Studiennummer Phase Status Teilnehmer Wichtige Ergebnisse
NCT00251719 Phase 3 Abgeschlossen 2054 Wirksamkeit und Sicherheit von Dexlansoprazol MR (60 mg und 90 mg) gegenüber Lansoprazol 30 mg bei der Heilung der erosiven Ösophagitis über 8 Wochen; Ulkusendpunkt nicht bestätigt
NCT00251693 Phase 3 Abgeschlossen 2038 Parallelstudie mit gleichem Design; gleiche Einschränkung

Weitere Studien, die bei verwandten Ulkus-Diagnosen (Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür) hinterlegt sind:

Studiennummer Phase Status Teilnehmer Wichtige Ergebnisse
NCT07344506 Phase 4 Rekrutierend 942 Vergleich von Dexlansoprazol, Lansoprazol und Vonoprazan mit Levofloxacin-Dreifachtherapie zur Helicobacter-pylori-Eradikation; noch keine Ergebnisse
NCT00321737 Phase 3 Abgeschlossen 445 Erhalt der Heilung bei abgeheilter erosiver Ösophagitis (30 mg und 60 mg gegenüber Placebo)
NCT00255164 Phase 3 Abgeschlossen 451 Erhalt der Heilung bei erosiver Ösophagitis (60 mg und 90 mg gegenüber Placebo)
NCT00255151 Phase 3 Abgeschlossen 451 Parallelstudie mit gleichem Design
NCT00942175 Phase 1 Abgeschlossen 160 Einfluss mehrerer Protonenpumpenhemmer auf Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Clopidogrel bei Gesunden

Literaturbelege

PMID Jahr Typ Zeitschrift Wichtige Ergebnisse
38345252 2024 Systematische Übersicht / Netzwerk-Metaanalyse The American Journal of Gastroenterology Vergleich von P-CAB und Protonenpumpenhemmern bei schwerer Ösophagitis (Grad C/D); nicht ulkusspezifisch
18821474 2008 Übersichtsarbeit Current Opinion in Investigational Drugs Entwicklung von Dexlansoprazol als Formulierung mit veränderter Wirkstofffreisetzung bei Refluxösophagitis
36150104 2022 Präklinisch / Mechanistisch Journal of the Chinese Medical Association Hemmung der vakuolären ATPase und ER-Stress durch Protonenpumpenhemmer; Mechanismus eines möglichen Magenkrebsrisikos bei Langzeitanwendung

Marktinformationen Schweiz

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
62993 Dexilant 30 mg, Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung Synthetika Protonenpumpenhemmer

Sicherheitshinweise

  • Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen (nicht aus der Fachinformation): Lebererkrankung, Gallenblasenerkrankung, Osteoporose, postmenopausale Osteoporose, Knochenbruch. Diese Angaben sind nicht durch Fachinformationstext belegt und müssen überprüft werden.
  • Arzneimittelwechselwirkungen: 118 Wechselwirkungen wurden erfasst. Bedeutsame Beispiele:
    • Schwerwiegend (Major): Acalabrutinib, Atazanavir
    • Mässig (Moderate): u. a. Furosemid, Hydrochlorothiazid, Gefitinib, Bosutinib, Amphotericin B, Amikacin, Ampicillin, Fosamprenavir, Foscarnet, Fostamatinib, Amphetamin, Bumetanid
    • Gering (Minor): u. a. Acetylsalicylsäure, Axitinib, Brivaracetam, Cyanocobalamin

Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Schweizer Fachinformation liegen nicht vor. Bitte beachten Sie die Fachinformation für Sicherheitsinformationen.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Mit Vorsicht fortfahren

Begründung:

  • Der Mechanismus (Säurehemmung) ist für Ulzera plausibel, und mehrere grosse Phase-3-Studien mit dem Wirkstoff liegen vor. Diese untersuchten jedoch überwiegend die erosive Ösophagitis, sodass die Evidenz für die Ulkusheilung indirekt bleibt.
  • Die Sicherheitsprüfung der Schweizer Fachinformation fehlt (blockierende Datenlücke), und der Wirkmechanismus ist nicht in den Daten hinterlegt.

Um fortzufahren, wird Folgendes benötigt:

  • Fachinformation von Swissmedic herunterladen und Warnhinweise sowie Kontraindikationen auswerten
  • Wirkmechanismus aus DrugBank ergänzen
  • Endpunkte der Phase-3-Studien prüfen, insbesondere ob eine Ulkusheilung erfasst wurde
  • Ergebnisse der laufenden Studie NCT07344506 abwarten bzw. prüfen, ob sie ulkusbezogene Endpunkte enthält
  • Die Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen (Leber, Gallenblase, Knochen) klinisch einordnen

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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