Histidine

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 2

Inhaltsverzeichnis

  1. Histidine
  2. Histidin: Von parenteraler Ernährung zu Gastroparese
    1. Zusammenfassung
    2. Kurzübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Klinische Studien
    5. Literaturbelege
    6. Marktinformationen Schweiz
    7. Sicherheitshinweise
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Histidin: Von parenteraler Ernährung zu Gastroparese


Zusammenfassung

Histidin ist eine Aminosäure, die in der Schweiz als Bestandteil von Infusionslösungen zur parenteralen Ernährung sowie in einer Peritonealdialyselösung zugelassen ist. Das Modell TxGNN sagt eine mögliche Wirksamkeit bei Gastroparese voraus, mit einem sehr hohen Vorhersagewert. Diese Vorhersage beruht jedoch ausschliesslich auf einer Modellrechnung: Es gibt keine klinischen Studien, und die einzige gefundene Publikation untersucht Histidin nicht.


Kurzübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Parenterale Ernährung; Peritonealdialyselösung
Vorhergesagte neue Indikation Gastroparese
TxGNN-Vorhersagewert 99,6 %
Evidenzniveau L5 (nur Modellvorhersage)
Marktstatus Schweiz Im Handel
Anzahl Zulassungen 8
Empfohlene Entscheidung Abwarten

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Der ursprüngliche Wirkmechanismus von Histidin ist in den vorliegenden Daten nicht angegeben, was die mechanistische Bewertung einschränkt. Histidin ist eine essenzielle Aminosäure und dient als Ausgangsstoff für Histamin. Histamin kann die Magensäuresekretion und möglicherweise die Magenmotilität beeinflussen.

Dieser Zusammenhang ist jedoch spekulativ. Die einzige gefundene Publikation (PMID 42668409) beschreibt Amyloid-Ablagerungen und den Verlust der Nervenversorgung der Magenschleimhaut bei hereditärer ATTR-Amyloidose. Sie testet kein Histidin und stützt keinen histidinspezifischen Mechanismus bei Gastroparese. Der hohe Vorhersagewert sollte daher nicht als klinischer Hinweis auf Wirksamkeit verstanden werden.


Klinische Studien

Derzeit keine verwandten klinischen Studien registriert.


Literaturbelege

PMID Jahr Typ Zeitschrift Wichtige Ergebnisse
42668409 2026 Kohorte/präklinisch (Patienten und Mausmodell) Amyloid Untersucht Amyloid-Ablagerungen im Magen und den Verlust der Nervenversorgung der Schleimhaut bei hereditärer ATTR-Amyloidose mit Polyneuropathie. Histidin wurde nicht getestet.

Marktinformationen Schweiz

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
55337 Aminoven 5 %, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
54850 Aminoven infant 10%, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
52459 Nutrineal PD 4 mit 1.1% Aminosäuren, Peritonealdialyselösung Synthetika Peritonealdialyselösung
65450 Aminoplasmal B. Braun 10%, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
65726 Omegaflex special ohne Elektrolyte, Emulsion zur Infusion 625 ml Synthetika Parenterale Ernährung
66859 SmofKabiven special EF 1012 ml, Infusionsemulsion Synthetika Parenterale Ernährung
59377 OLIMEL 4,4 % ohne Elektrolyte, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
62283 SmofKabiven EF, Infusionsemulsion 986 ml Synthetika Parenterale Ernährung für Erwachsene

Sicherheitshinweise

Die Fachinformation lieferte keine auswertbaren Warnungen oder Kontraindikationen. Bitte beachten Sie die Fachinformation für Sicherheitsinformationen.

Ergänzend nennt der Wissensgraph (keine Angaben aus der Fachinformation) mögliche Krankheitsbilder, bei denen Vorsicht geboten sein könnte:

  • Nieren: Nierenerkrankung, chronische Niereninsuffizienz, terminales Nierenversagen, Nephrolithiasis, Nephrokalzinose, akute Uratnephropathie
  • Herz-Kreislauf: Herzerkrankung, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Kammerflimmern, Digitalisvergiftung
  • Stoffwechsel: Phenylketonurie und andere Störungen des Phenylalaninstoffwechsels, Störungen des Phosphorstoffwechsels, Hyperkalzämie (einschliesslich humoraler Hyperkalzämie bei Malignomen), Sarkoidose
  • Sonstige: Pyoureter

Zu Arzneimittelwechselwirkungen liegen keine Daten vor.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Abwarten

Begründung:

  • Die Vorhersage für Gastroparese beruht allein auf einem Rechenmodell (L5). Es gibt keine klinischen Studien, und die einzige Publikation untersucht Histidin nicht.
  • Der Wirkmechanismus ist nicht dokumentiert, und die Fachinformation lieferte keine Sicherheitsdaten. Die Sicherheitsprüfung kann daher nicht fortgesetzt werden.

Um fortzufahren, wird Folgendes benötigt:

  • Die Fachinformation von Swissmedic (Warnungen, Kontraindikationen) herunterladen und auswerten.
  • Den Wirkmechanismus aus DrugBank ergänzen.
  • Präklinische oder klinische Daten zu Histidin bei Gastroparese, einschliesslich der Rolle von Histamin in der Magenmotilität.
  • Prüfung der Darreichungsform und des Applikationswegs (bisher nur Infusionen).

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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