Piperacillin

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 9

Inhaltsverzeichnis

  1. Piperacillin
  2. Piperacillin: Von Infektionskrankheiten zu rheumatoider Arthritis
    1. Zusammenfassung
    2. Kurzübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Klinische Studien
    5. Literaturbelege
    6. Marktinformationen Schweiz
    7. Sicherheitshinweise
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Piperacillin: Von Infektionskrankheiten zu rheumatoider Arthritis


Zusammenfassung

Piperacillin ist ein Beta-Laktam-Antibiotikum, das in der Schweiz zur Behandlung von Infektionskrankheiten zugelassen ist. Ein Modell (TxGNN) sagt voraus, dass es bei rheumatoider Arthritis wirksam sein könnte. Diese Vorhersage beruht ausschliesslich auf einer graphbasierten Berechnung: Es liegen weder klinische Studien noch Literatur vor, die einen therapeutischen Nutzen belegen.


Kurzübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Infektionskrankheiten
Vorhergesagte neue Indikation Rheumatoide Arthritis
TxGNN-Vorhersagewert 99,94 %
Evidenzniveau L5 (nur Modellvorhersage)
Marktstatus Schweiz Im Handel
Anzahl Zulassungen 5
Empfohlene Entscheidung Abwarten

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Der Wirkmechanismus von Piperacillin ist in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten nicht hinterlegt. Allgemein bekannt ist, dass Piperacillin als Beta-Laktam-Antibiotikum die Zellwandsynthese von Bakterien hemmt.

Ein plausibler Wirkmechanismus für rheumatoide Arthritis, eine Autoimmunerkrankung der Gelenke, ist daraus nicht ableitbar. Der hohe Vorhersagewert (rund 99,9 %) ist ein reines Ergebnis des Wissensgraphen und kein Hinweis auf eine tatsächliche Wirksamkeit.

Die gefundene Literatur beschreibt rheumatoide Arthritis lediglich als Begleiterkrankung der Patienten, etwa bei Methotrexat-Toxizität, Infektionen unter Immunsuppression oder Nebenwirkungen von Antibiotika. In keiner Publikation wird Piperacillin als Behandlung der rheumatoiden Arthritis untersucht.


Klinische Studien

Derzeit keine verwandten klinischen Studien registriert


Literaturbelege

Die folgenden Publikationen sind Fallberichte oder Kohortenstudien. Sie belegen keine Wirksamkeit von Piperacillin bei rheumatoider Arthritis.

PMID Jahr Typ Zeitschrift Wichtige Ergebnisse
33987340 2021 Kohortenstudie Annals of Translational Medicine Häufigkeit und klinische Merkmale von Antibiotika-assoziierten Leberschäden.
41257433 2026 Kohorte / Prädiktionsmodell British Journal of Clinical Pharmacology Risikomodell für Eosinophilie unter Ampicillin/Sulbactam oder Piperacillin/Tazobactam.
37599303 2023 Fallbericht Orthopädie (Heidelberg) Infektion eines Knieprothesengelenks mit Haemophilus influenzae bei einer Patientin mit rheumatoider Arthritis. Piperacillin/Tazobactam wurde gegen eine Lungenentzündung eingesetzt.
22605835 2012 Fallbericht BMJ Case Reports Eitrige Perikarditis unter Etanercept bei rheumatoider Arthritis. Piperacillin/Tazobactam wurde empirisch gegen die Infektion gegeben.
41268563 2025 Fallbericht Frontiers in Immunology Atypisches bullöses Erysipel durch Escherichia coli mit septischem Schock bei langjähriger rheumatoider Arthritis unter Immunsuppression.
38343452 2024 Fallbericht Proceedings (Baylor Univ. Med. Center) Pancytopenie durch niedrig dosiertes Methotrexat bei rheumatoider Arthritis, Behandlung mit Leucovorin.
34178513 2021 Fallbericht Cureus Pancytopenie unter niedrig dosiertem Methotrexat bei rheumatoider Arthritis.
1921823 1991 Fallbericht Medical Journal of Australia Beinahe tödliche Pancytopenie nach versehentlicher Methotrexat-Überdosierung bei rheumatoider Arthritis.
36945293 2023 Fallbericht Cureus Wiederkehrende Pleuraergüsse bei einer Patientin mit seit neun Jahren abklingender rheumatoider Arthritis.
40119266 2025 Fallbericht / Übersicht BMC Infectious Diseases Septischer Schock durch resistente Edwardsiella tarda.

Marktinformationen Schweiz

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
60142 Piperacilline-Tazobactam Labatec i.v. 2 g - 0,25 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung Synthetika Infektionskrankheiten
58151 Piperacillin/Tazobactam Sandoz 2,25 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung Synthetika Infektionskrankheiten
63001 Piperacillin/Tazobactam Fresenius i.v. 2 g/0.25 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung Synthetika Infektionskrankheiten
66647 Piperacillin/Tazobactam Viatris 2 g/0.25 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung Synthetika Infektionskrankheiten
58459 Piperacillin-Tazobactam Stragen 2,25 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung Synthetika Infektionskrankheiten

Sicherheitshinweise

  • Arzneimittelwechselwirkungen: Insgesamt wurden 81 Wechselwirkungen erfasst. Die wichtigsten:
    • Schwerwiegend: Vancomycin
    • Mittelschwer: Doxycyclin, Tetracyclin, Minocyclin, Kanamycin, Streptomycin, Picosulfat
    • Gering: Clarithromycin
    • Weitere Wechselwirkungen (u. a. Pantoprazol, Morphin, Prednison, Simvastatin, Omeprazol) sind nicht eingestuft.

Für Warnhinweise und Kontraindikationen bitte die Fachinformation beachten.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Abwarten

Begründung:

  • Die Vorhersage stützt sich ausschliesslich auf ein graphbasiertes Modell. Es gibt weder klinische Studien noch Literatur zu einem therapeutischen Nutzen, und ein plausibler Wirkmechanismus fehlt.
  • Die gefundene Literatur betrifft Patienten mit rheumatoider Arthritis als Begleiterkrankung und liefert keinen Hinweis auf Wirksamkeit.

Um fortzufahren, wird Folgendes benötigt:

  • Die Fachinformation von Swissmedic (Warnhinweise und Kontraindikationen) zur Sicherheitsbewertung.
  • Die Angabe des Wirkmechanismus aus DrugBank für eine Analyse des mechanistischen Zusammenhangs.
  • Präklinische Daten oder Studien, die einen immunmodulatorischen oder entzündungshemmenden Effekt von Piperacillin bei rheumatoider Arthritis belegen.

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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