Threonine
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 1 |
Inhaltsverzeichnis
Threonin: Von parenteraler Ernährung zu Gastroparese
Zusammenfassung
Threonin ist eine essenzielle Aminosäure, die in der Schweiz als Bestandteil von Infusionslösungen zur parenteralen Ernährung und von Peritonealdialyselösungen zugelassen ist. Ein Vorhersagemodell (TxGNN) schlägt es mit sehr hohem Vorhersagewert für die Behandlung der Gastroparese vor. Für diese Vorhersage liegen jedoch weder klinische Studien noch Literatur vor, die Evidenz beruht allein auf der Modellvorhersage.
Kurzübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Parenterale Ernährung (auch für Erwachsene); Peritonealdialyselösung |
| Vorhergesagte neue Indikation | Gastroparese |
| TxGNN-Vorhersagewert | 99,3 % |
| Evidenzniveau | L5 (nur Modellvorhersage, keine tatsächlichen Studien) |
| Marktstatus Schweiz | Im Handel |
| Anzahl Zulassungen | 8 |
| Empfohlene Entscheidung | Abwarten |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Der Wirkmechanismus von Threonin ist in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten nicht verfügbar. Bekannt ist, dass Threonin eine essenzielle Aminosäure ist, die als Nährstoffbaustein in Lösungen zur parenteralen Ernährung und in Peritonealdialyselösungen eingesetzt wird.
Eine mögliche, aber nicht belegte Verbindung zur Gastroparese: Threonin unterstützt den Ernährungszustand und ist ein wichtiger Baustein der Schleimstoffe (Muzine) im Darm. Dadurch könnte es indirekt mit der Magen-Darm-Funktion zusammenhängen.
Es gibt keinen Beleg dafür, dass Threonin die Magenmotilität oder die Magenentleerung beeinflusst. Die Verbindung ist daher spekulativ, und der hohe Vorhersagewert allein ersetzt keine klinische Evidenz.
Klinische Studien
Derzeit keine verwandten klinischen Studien registriert.
Literaturbelege
Derzeit keine verwandte Literatur verfügbar.
Marktinformationen Schweiz
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| 55337 | Aminoven 5 %, Infusionslösung | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 54850 | Aminoven infant 10%, Infusionslösung | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 52459 | Nutrineal PD 4 mit 1.1% Aminosäuren, Peritonealdialyselösung | Synthetika | Peritonealdialyselösung |
| 65450 | Aminoplasmal B. Braun 10%, Infusionslösung | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 65726 | Omegaflex special ohne Elektrolyte, Emulsion zur Infusion 625 ml | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 66859 | SmofKabiven special EF 1012 ml, Infusionsemulsion | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 59377 | OLIMEL 4,4 % ohne Elektrolyte, Infusionslösung | Synthetika | Parenterale Ernährung |
| 62283 | SmofKabiven EF, Infusionsemulsion 986 ml | Synthetika | Parenterale Ernährung für Erwachsene |
Sicherheitshinweise
- Kontraindikationen (aus Wissensgraph, nicht aus der Fachinformation): Der Wissensgraph verzeichnet Kontraindikationen bei Phenylketonurie und bei Störungen des Phenylalanin-Stoffwechsels.
- Arzneimittelwechselwirkungen: Keine Wechselwirkungen in den Daten gefunden.
Für vollständige Sicherheitsinformationen beachten Sie bitte die Fachinformation.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Abwarten
Begründung:
- Die Vorhersage stützt sich ausschliesslich auf einen hohen Modellwert (Evidenzniveau L5). Es gibt weder klinische Studien noch Literatur, und der mechanistische Zusammenhang mit der Magenentleerung ist spekulativ.
- Die Fachinformation mit Warnhinweisen und Kontraindikationen fehlt noch, sodass die Sicherheitsprüfung nicht möglich ist.
Um fortzufahren, wird Folgendes benötigt:
- Fachinformation von Swissmedic (Warnhinweise, Kontraindikationen) auswerten
- Wirkmechanismus aus DrugBank ergänzen
- Literaturrecherche und Prüfung präklinischer Daten zu Threonin und Magenmotilität
- Klärung der Applikationswege, da die bestehenden Zulassungen intravenöse bzw. intraperitoneale Anwendungen betreffen und die Eignung für die Gastroparese-Therapie offen ist
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.