Trimethoprim
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 2 |
Inhaltsverzeichnis
- Trimethoprim
- Trimethoprim: Von Infektionskrankheiten zu punktförmiger epithelialer Keratokonjunktivitis
Trimethoprim: Von Infektionskrankheiten zu punktförmiger epithelialer Keratokonjunktivitis
Zusammenfassung
Trimethoprim ist in der Schweiz für die Behandlung von Infektionskrankheiten zugelassen. Das Vorhersagemodell TxGNN sieht eine mögliche Wirksamkeit bei der punktförmigen epithelialen Keratokonjunktivitis, einer Entzündung von Hornhaut und Bindehaut des Auges. Die Evidenz beruht allein auf der Modellvorhersage: Für diese Indikation liegen weder klinische Studien noch Literatur vor.
Kurzübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Infektionskrankheiten |
| Vorhergesagte neue Indikation | Punktförmige epitheliale Keratokonjunktivitis |
| TxGNN-Vorhersagewert | 99,6 % |
| Evidenzniveau | L5 (nur Modellvorhersage, keine tatsächlichen Studien) |
| Marktstatus Schweiz | Im Handel |
| Anzahl Zulassungen | 4 |
| Empfohlene Entscheidung | Abwarten |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Trimethoprim hemmt die bakterielle Dihydrofolat-Reduktase und wirkt dadurch antibakteriell. Dieser Mechanismus erklärt den Einsatz bei Infektionskrankheiten. Zum ursprünglich hinterlegten Wirkmechanismus liegen in den Daten keine Angaben vor, deshalb ist die mechanistische Analyse eingeschränkt.
Der Zusammenhang zwischen ursprünglicher und neuer Indikation ist nur spekulativ. Die punktförmige epitheliale Keratokonjunktivitis ist häufig viral (zum Beispiel durch Adenoviren) oder nicht infektiös bedingt. Gegen solche Ursachen hilft eine antibakterielle Wirkung nicht. Ein plausibler Ansatz wäre allenfalls eine lokale Anwendung am Auge bei einer bakteriellen Beteiligung oder Sekundärinfektion. Dafür enthalten die vorliegenden Daten keine Belege.
Der sehr hohe Vorhersagewert allein reicht daher nicht aus, um die Vorhersage inhaltlich zu stützen.
Klinische Studien
Derzeit keine verwandten klinischen Studien registriert.
Literaturbelege
Derzeit keine verwandte Literatur verfügbar.
Marktinformationen Schweiz
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| 48306 | Bactrim forte, Tabletten | Tabletten | Infektionskrankheiten |
| 40204 | Nopil forte, Tabletten | Tabletten | Infektionskrankheiten |
| 37887 | Bactrim, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung | Infusionslösungskonzentrat | Infektionskrankheiten |
| 41013 | Nopil für Kinder, Suspension zum Einnehmen | Suspension zum Einnehmen | Infektionskrankheiten |
Alle vier Zulassungen sind gültig. Eine Zubereitung zur Anwendung am Auge ist darunter nicht aufgeführt.
Sicherheitshinweise
Für Warnungen und Kontraindikationen liegen keine Angaben aus der Fachinformation vor. Bitte beachten Sie die Fachinformation für Sicherheitsinformationen.
- Mögliche Kontraindikationen (aus einem Wissensgraphen, nicht aus dem Fachinformationstext): Porphyrie (einschliesslich erblicher Formen und Störungen des Porphyrinstoffwechsels), Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Gallenblasenerkrankungen, Thrombozytopenie, Neutropenie, Agranulozytose, Clostridium-difficile-Kolitis, nekrotisierende Enterokolitis bei Neugeborenen, G6PD-Mangel, Glykogenspeicherkrankheiten, Cystinurie, Galaktosämie und Folsäuremangelanämie.
- Arzneimittelwechselwirkungen: Insgesamt wurden 106 Wechselwirkungen erfasst. Als schwerwiegend (Major) eingestuft sind die Kaliumpräparate Kaliumcitrat, Kaliumhydrogencarbonat, Kaliumchlorid und Kaliumgluconat. Als mässig (Moderate) gelten unter anderem Metformin, Pioglitazon, Rosiglitazon, Repaglinid, Balsalazid, Picosulfonsäure und Sapropterin.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Abwarten
Begründung:
- Der Vorhersagewert ist sehr hoch, aber für diese Indikation gibt es weder Studien noch Literatur (Evidenzniveau L5). Der mechanistische Zusammenhang ist spekulativ, weil die Erkrankung oft viral oder nicht infektiös ist.
- Die Sicherheitsprüfung kann nicht abgeschlossen werden, weil die Warnungen und Kontraindikationen aus der Fachinformation fehlen.
Um fortzufahren, wird Folgendes benötigt:
- Fachinformation von Swissmedic (Warnungen und Kontraindikationen) herunterladen und auswerten.
- Wirkmechanismus aus DrugBank ergänzen, um den mechanistischen Zusammenhang genauer zu prüfen.
- Gezielte Literatur- und Studienrecherche zur punktförmigen epithelialen Keratokonjunktivitis.
- Klären, ob eine Darreichungsform zur Anwendung am Auge verfügbar ist, da die in der Schweiz zugelassenen Produkte oral oder als Infusion verabreicht werden.
- Die zweite Vorhersage (Konjunktivitis, Vorhersagewert 99,2 %) separat prüfen. Hier gibt es Literatur zu Augenlösungen mit Trimethoprim, meist in Kombination mit Polymyxin B, bei bakterieller Konjunktivitis. Dies entspricht eher einer Erweiterung der antiinfektiven Anwendung als einer echten Umwidmung.
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.