Valine

Evidenzniveau: L4 Vorhergesagte Indikationen: 10

Inhaltsverzeichnis

  1. Valine
  2. Valin: Von parenteraler Ernährung zu sklerosierender Cholangitis
    1. Zusammenfassung
    2. Kurzübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Literaturbelege
    5. Marktinformationen Schweiz
    6. Fazit und nächste Schritte
    7. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Valin: Von parenteraler Ernährung zu sklerosierender Cholangitis

Zusammenfassung

Valin ist eine verzweigtkettige Aminosäure und wird in der Schweiz als Bestandteil von Infusionslösungen zur parenteralen Ernährung sowie in einer Peritonealdialyselösung eingesetzt. Das Modell sagt voraus, dass Valin bei sklerosierender Cholangitis nützlich sein könnte. Diese Vorhersage beruht nur auf einem Rechenmodell und zwei Beobachtungsstudien; klinische Studien fehlen vollständig.


Kurzübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Parenterale Ernährung (inkl. parenterale Ernährung für Erwachsene); Peritonealdialyselösung
Vorhergesagte neue Indikation Sklerosierende Cholangitis
TxGNN-Vorhersagewert 99,4 %
Evidenzniveau L4
Marktstatus Schweiz Im Handel (Marketed)
Anzahl Zulassungen 8
Empfohlene Entscheidung Abwarten

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Zum Wirkmechanismus von Valin liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine Angaben vor. Bekannt ist, dass Valin eine verzweigtkettige Aminosäure (BCAA) ist, die als Baustein für den Eiweissstoffwechsel dient.

Die Verbindung zur neuen Indikation ist indirekt: Bei cholestatischen Lebererkrankungen ist der Aminosäurestoffwechsel verändert. Eine Mendelsche-Randomisierungsstudie untersuchte Blutmetaboliten und Stoffwechselwege bei primär biliärer Cholangitis und primär sklerosierender Cholangitis. Eine Kohortenstudie betrachtete das Verhältnis von Plasma-Aminosäuren zu Müdigkeit bei diesen Erkrankungen.

Diese Befunde sind jedoch Assoziationen bzw. genetisch-epidemiologische Ergebnisse. Sie zeigen nicht, dass eine Valin-Gabe einen therapeutischen Nutzen hat. Der hohe Vorhersagewert ist deshalb als Forschungsfrage zu verstehen, nicht als Wirksamkeitsbeleg.


Literaturbelege

PMID Jahr Typ Zeitschrift Wichtige Ergebnisse
15790420 2005 Kohortenstudie BMC Gastroenterology Untersucht Aminosäuremuster im Plasma (u. a. Tyrosin) und deren Zusammenhang mit Müdigkeit bei primär biliärer Cholangitis und primär sklerosierender Cholangitis.
39015781 2024 Mendelsche Randomisierung Frontiers in Medicine Prüft kausale Zusammenhänge zwischen Blutmetaboliten bzw. Stoffwechselwegen und dem Risiko für primär biliäre Cholangitis und primär sklerosierende Cholangitis.

Marktinformationen Schweiz

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
55337 Aminoven 5 %, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
54850 Aminoven infant 10 %, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
52459 Nutrineal PD 4 mit 1.1 % Aminosäuren, Peritonealdialyselösung Synthetika Peritonealdialyselösung
65450 Aminoplasmal B. Braun 10 %, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
65726 Omegaflex special ohne Elektrolyte, Emulsion zur Infusion 625 ml Synthetika Parenterale Ernährung
66859 SmofKabiven special EF 1012 ml, Infusionsemulsion Synthetika Parenterale Ernährung
59377 OLIMEL 4,4 % ohne Elektrolyte, Infusionslösung Synthetika Parenterale Ernährung
62283 SmofKabiven EF, Infusionsemulsion 986 ml Synthetika Parenterale Ernährung für Erwachsene

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Abwarten

Begründung:

  • Die Vorhersage stützt sich auf ein Modell und indirekte Assoziationsstudien; es gibt keine klinischen Studien und keinen belegten therapeutischen Mechanismus.
  • Die Sicherheitsdaten aus der Fachinformation fehlen bislang, sodass eine Sicherheitsbewertung nicht möglich ist.

Um fortzufahren, wird Folgendes benötigt:

  • Die Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Swissmedic-Fachinformation (Download und Auswertung der Fachinformation).
  • Den Wirkmechanismus von Valin (z. B. über DrugBank), um die mechanistische Verbindung zur sklerosierenden Cholangitis zu prüfen.
  • Präklinische oder mechanistische Studien, die einen möglichen Nutzen von Valin bei cholestatischen Lebererkrankungen untersuchen.
  • Eine Prüfung, ob und in welcher Form Valin (als Einzelsubstanz statt als Teil komplexer Infusionslösungen) für die neue Indikation überhaupt anwendbar wäre.

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



Back to top

Copyright © 2026 藥提醒科技有限公司 (yao.care). This report is for research purposes only and does not constitute medical advice.

This site uses Just the Docs, a documentation theme for Jekyll.